Nulltarif und Fahrradstrassen, Vortrag von Jörg Bergstedt

1,5 h: Vortrag auf Youtube (Anfangsmusik übersprungen)


Vier Säulen der Verkehrswende:

1. ein Netz von Fahrradstraßen und Wegen

in Groningen wurde 60% des Verkehrs verschoben, Fahrrad ist jetzt  größter Verkehrsträger – 
Konsequenzen: wir brauchen nicht zusätzliche Fahrradstraßen, wir nehmen da einfach die Autostraßen weg, werden nicht mehr gebraucht.

2. Leistungsfähiger ÖPNV mit Nulltarif
Ringbahnen statt Untergrundbahnen!
Seilbahnen verbrauchen gar keine Flächen, sehr dichter Takt, schaffen nicht so viel wie Straßenbahnen
Ist nicht als Regiotrambahn einzusetzen - Verweis auf Bahnen in Chemnitz – Straßenbahn vom Umland in die Innenstadt
Es muss Ansporn dazu kommen, Einführung 0-Tarif & Fahrradnetze

3. Autofreie Ortskerne
v.a. um Kliniken, Schulen

4. Verkehr einsparen: Politik der kurzen Wege    (min 29:00)
Das Thema Einsparen ist bei Energie völlig untergegangen ...
also weg von der Zentralitätspolitik – so wird Mobilität erzeugt (Jobzentren....)


Zum Nulltarif
Es gibt viele Städte mit 0-Tarif
spricht Pfaffenhofen an, "kam Sa nachmittags an, bis Montag früh  fuhr kein Bus"

wie soll das finanziert werden?
(was wichtig erscheint, wird gemacht, wenn die Brücken panzerfest gemacht werden, fragt keiner, wo das Geld herkommt, bei Oberleitungen auf Autobahnen für LKWs auch nicht) - Näheres weiter unten


Templin (min [size=small][font=Tahoma, Verdana, Arial, sans-serif]33:32 )[/font][/size]: Kurstadt im Norden Brandenburgs, vor 20 Jahren fuhren die Busse leer, es entstand ein kostenloser Nahverkehr aus Not, für einen Luftkurort gab es auch viel zu viel Autoverkehr.
Sponsoren: Kurtaxe, erhöhte Parkgebühr: Steigerung von 3.000 auf 500.000 Busgäste /a

Bus war zwischenzeitlich voll mit Schülern, 2003 wurden Bürger beteiligt , Jahreskurkarte für 44 €,  - in D fehlen gesetzliche Grundlagen für Pflichtbeiträge


Dünkirchen (min 45:50)
ab Herbst 2018 fuhr der kostenlose Bus überall ...
Der Bus muss in die Köpfe der Menschen – der Bus ist nicht gratis – er ist frei

Verkehrsabgabe in Frankreich: Arbeitgeber zahlen 
Nulltarif soll Innenstadt wieder beleben.

Talin (erste europäische Hauptstadt mit Nulltarif) 
Hauptgrund war soziale Bedürftigkeit – 1.000 €/EW aus Steuern – Arbeitslose können sich auch weiter weg bewerben, 15% nutzen das Bussystem
man spart ca. 80€ an Spritkosten, plus Parkgebühren
nicht alle sind dabei, ich zahle auch für die Straßenbeleuchtung meines Nachbarn, da fragt keiner wer das zahlt.
Verlust durch Ticketerlöse 12 Mio, finanzielle Gewinn ist mind. doppelt so hoch, man hat 25.000 neue EW, ... zusätzliches Geld wird zum weiteren Ausbau verwendet.
Im Altstadtbereich ist praktisch autofrei
Für Touristen musste die Kontrolle aufrechterhalten werden ... inzwischen fährt die ganze Region fahrscheinfrei.


Zur Finanzierung: des Nulltarif / ticketfreier Verkehr - min 56:30

Bundesregierung schrieb in 2018 an EU-Kommission – man wolle in 5 Städten den Nulltarif austesten, die vorgesehenen Städte wollen nicht, viele andere wollten dann doch. In der Auseinandersetzung meldete sich ein Verband und haute ein Zahl raus: Wenn man das Bundesweit machen würde, kostete das 12 Mrd. 

Der Staat bezahlt jetzt schon, dass die Bürger unterwegs sind - Pendlerpauschale -ist in Summe 5,2 Mrd. Der Staat finanziert auch Dienstwagen. 4 Mrd werden von der Steuer abgesetzt, private Nutzung von Dienstwagen 3,2 Mrd. Ich erinnere auch an Dieselsubventionen: 7,2 Mrd. Ist aber evtl. fragwürdig.

Weiter Plus-Positionen:
  • Werbung für Fahrkartenverkauf, Automaten, 
  • Busse werden schneller! 
  • 7.000 sitzen in D im Dschnitt. wegen Schwarzfahren. 
  • ein Teil der Fahrkarten werden eh schon finanziert
  • Einbindung von Kosten fürWerksverkehre
  • Wegfall von Infrastruktureinrichtungen
  • Parkhäuser zu Wohnhäusern
Getaggt:
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