Bahn will ein zusammenhängednes WLAN mit nur einer Anmeldung schaffen - wozu dass?

Wir bekommen öfters Besuche von Studierenden aus Graz, die fahren mit der Bahn durchs "Hinterland" (Selzthal-Liezen) - und haben dann auf dem letzten Stück durch Deutschland den Eindruck, ihr Handy sei kaputt. Es gibt da Stellen, da ist nicht nur das Surfen am Ende, es geht auch der Mobilfunk nicht.

Tja da sollen die halt die Bahnfahrt genießen! Sagt der Genießer.

Nun es gibt eben Leute, die lassen sich ihre Probleme nicht nur durch den Kopf gehen - was ja im Prinzip nichts schadet. Man kann natürlich darüber grübeln, ob ab Freilassing Schienenersatzverkehr läuft oder die Bahn durchfährt. Zeitgemäß ist es - zwar meistens sinnlos, also "wäre es" - dass man das aus seiner Transporter-App erfährt.

Aktuell ist ja so, dass Sie mit jedem Zugwechsel auf einer Fahrt sich neu ins Zug-WLAN anmelden müssen (mit Mobilfunk-Kontakt zum Internet kann man abseits der Städte nicht rechnen). Nicht alle Smartphones unterstützen das. Wenn Sie bei Einstellungen als WLAN-Netz "WIFIonICE" oder so ähnlich wählen, kommt "jetzt anmelden" und dann geht der Browser auf, wo Sie dann "ja" sagen ... und danach haben Sie Zugang. Wenn Sie umsteigen, müssen Sie nochmal die WLAN-Einstellung checken und dann den Browser aufrufen und von Hand als Zieladresse "LogIn.WIFIonICE.de" eingeben. Da bleiben viele auf der Strecke...

Dabei erscheint es mit schon sehr angenehm, was Sie da angeboten bekommen. Analog zum Angebot in diversen Wartezimmern erhalten Sie auch hier virtuell Zugriff auf einen ganzen "Lesezirkel" verschiedenster Illustrierten. Wenn Sie diese Blase deutscher medialer Einfalt verlassen wollen, können Sie auch anderweitig beliebig herumsurfen.

Für immer mehr Menschen (also Vielfahrer zu denen wir alle werden wollen) ist der Internet-Zugang nicht ein nettes Zuckerl, sondern dient dazu, die Fahrzeiten produktiv und jedenfalls angenehm zu gestalten. Im Vergleich zum Autofahren ist diese Möglichkeit eigentlich der entscheidende Erfolgsfaktor der Bahnreise.

Mir ist es beispielsweise ziemlich wurscht, ob ich zuhause noch bis zur Abfahrt in meinem Büro werkele - oder ob ich einen langsameren Zug nehme, und dafür 30 min früher losfahre. Bedingung ist, dass ich im Zug Internet habe, dann kann ich da nahtlos weiter machen. Da spielt die Fahrzeit also nicht die ganz große Rolle. Aus dieser Perspektive ist für mich unverständlich, dass man wegen weniger Minuten Beschleunigung Milliarden ausgibt, aber dann anscheinend die für den Mobilfunkausbau angeblich notwendigen 80 Millionen (Bayern) nicht schafft.

Jedenfalls erscheint mir und meinem insgesamt Internet-affinen Umfeld eine durchgehende Verfügbarkeit des Internets eine sehr wichtiges Attribut für die Attraktivität des Bahnfahrens. Natürlich wünscht man sich da dann auch noch bessere Qualität der Information über Verspätungen, Zugausfälle....

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