Der Beitrag Einzelner zum Verkehrsaufkommen wird falsch eingeschätzt

5 % der französischen Bevölkerung verantworten etwa 50 % der gesamten Flugdistanzen. In einer schwedischen Untersuchung entfielen auf elf Vielflieger (3,8 % der Stichprobe) 28 % der Flüge. Bei einer Befragung von Touristen in Sansibar (Tansania) hatten die zehn Befragten mit den meisten Flügen über zwei Jahre im Schnitt 180.000 Personenkilometer pro Person zurückgelegt. Dieser kleinen Gruppe von Menschen mit einer Vielzahl von Flügen im Jahr steht der Großteil der Weltbevölkerung gegenüber: etwa 97 – 98 % der Erdbevölkerung nimmt am internationalen Luftverkehr nicht teil.


und wahrscheinlich auch der Einfluss dieser ganz wenigen auf die gesamte Politik .....

Tabus:

Hochmobile und ökologisch sensibilisierte Reisende neigen nicht zu einer Anpassung ihres Mobilitätsverhaltens

Verschiedene Studien haben bei hochmobilen Menschen eine stark begrenzte Bereitschaft zur Veränderung ihres Mobilitätsverhaltens festgestellt.  Dies betrifft sowohl den Umfang wie auch die damit verbundenen Privilegien (Economy statt First Class, u.ä.). Selbst die umweltbewusstesten – und oft auch aktivsten – Reisenden scheinen nicht bereit zu sein, das Reiseverhalten zu ändern.

Marktbasierte Maßnahmen belasten vor allem ökonomisch schwächere Menschen

Marktbasierte Maßnahmen wirken häufig sozial unausgewogen. Die Betroffenheit ärmerer Einkommensgruppen ist oftmals stärker als bei höheren Einkommensgruppen. Letztere erhalten im Verhältnis zu ihrem Einkommen selten Preissignale in einer Höhe, dass bei ihnen eine Verhaltensänderung angeregt wird.

Energieintensive Verkehrsarten werden steuerlich am geringsten belastet und am stärksten gefördert

Im Luftverkehr und teilweise auch im Kfz-Verkehr existieren eine Vielzahl marktverzerrender Steuerbegünstigungen und direkter Beihilfen. Dies betrifft bspw. die nicht-existente Kerosinsteuer, die umsatzsteuerliche Begünstigung internationaler Flüge, aber auch direkte Beihilfen für Fluglinien und Regionalflughäfen.

Schlüsselthemen für klimaschonende Verkehrssysteme werden weiterhin ignoriert

Laut Gössling und Cohen gibt es mehrere Maßnahmen, die allgemein als wichtig für die Reduzierung der Verkehrsemissionen  angesehen werden. Für Autos sind dies Geschwindigkeitsbegrenzungen, aber auch Staugebühren und Mautgebühren/Vignetten. Geschwindigkeitsbegrenzungen reduzieren Emissionen auf verschiedene Weise. Erstens erfordern reduzierte Geschwindigkeiten einen geringeren Energieaufwand, zweitens wird der Verkehrsfluss gleichmäßiger und drittens ergibt sich eine Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit anderer Verkehrsträger, wie z.B. Züge.

Getaggt:
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