Bayern: Streckenreaktivierungen - Möchte Bayern jetzt rückwärts marschieren?

bearbeitet Dezember 2019 in Verkehrspolitik
Am 11.11. gab es einen großen runden Tisch in Viechtach zur Zukunft der Bahnlinie, der von einer riesigen Menschenkette, die vom Viechtacher Bahnhof bis zum Stadtplatz reichte, flankiert wurde und die ein beindruckendes Statement der Bevölkerung für "ihre" Bahn darstellte.

Anwesend war auch der verkehrspolitische Sprecher der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag, Jürgen Baumgärtner, der sich nach Gesprächen hinter verschlossenen Türen vor die unzähligen Demonstranten und ein Fernsehteam der BR-Abendsschau stellte, ein Abrücken vom 1000er-Kriterium kategorisch ausschloss und in der Folge dann die "Bombe" platzen ließ: Er werde sich mit ganzer Kraft dafür einsetzen, dass dieses Kriterium auch auf allen Bestandsstecken in Bayern angewendet wird. Man werde genau prüfen auf welchen Relationen ein Busverkehr wirtschaftlicher ist als der Bahnbetrieb. Der Bus könne besser sein, als "heiße Luft" durch die Gegend zu fahren".

Der Teufel steckt hier aber auch im Detail: Z.B. seit Viechtach wieder auf der Schiene erreichbar ist, liegt der Fremdenverkehr in Viechtach und der Region wieder spürbar im Aufwind und die Fahrgastzahlen auf der nun als Waldbahnlinie 4 bezeichneten Relation, die nun von früh morgens bis nach Mitternacht im Stundentakt bedient wird, haben sich mehr als verdoppelt, wenn nicht gar verdreifacht. Zudem ist das erschlossene Fahrgastpotential ein weitgehender Neuverkehr für den ÖPNV, da es hier vordem keine vergleichbar adäquate Busanbindung gab.

"Zu wenig ...", meinen das bayerische Verkehrsministerium und die BEG und beharren auf 1000 Fahrgästen am Tag.
https://www.lok-report.de/news/deutschland/aus-den-laendern/item/14460-bayern-streckenreaktivierungen-moechte-bayern-jetzt-rueckwaerts-marschieren.html
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